Kaffee Freinica

 

Idee:

Ökologisch angebauter, fair gehandelter Kaffee wird als Freiburger Stadt- und Agenda Kaffee vermarktet mit dem Ziel, konkrete Handlungsmöglichkeiten für einen nachhaltigen Konsum und Lebensstil aufzuzeigen.

Kaffee_Freinica_01Foto: www.stadt-freiburg.de

Kaffee_Freinica_01

Projektträger:

Projektbüro Agenda Kaffee Freinica
Weltladen Gerberau

Beteiligte Akteure:

Produzenten in Nicaragua, Eine-Welt Forum, Verkaufsstellen

Zielgruppe

Kaffee-Genießer, mit einem nachhaltigen Geschmack

Ansprechpartner/in:

Dagmar Große

Link:

www.freinica.de

Stand:

April 2008

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Kaffee Freinica

Im Rahmen des Lokalen Agenda 21 Prozesses wurde auch in Freiburg - ähnlich wie in anderen Städten - ein Freiburger Stadt- und Agenda Kaffee eingeführt. Der Start war im Jahre 2001. Die Einführung wurde mit Projektgeldern des Landes Baden-Württemberg im Rahmen der Förderung konkreter Projekte der Lokalen Agenda 21 durch die Landesanstalt für Umweltschutz unterstützt. Durch einen Namenswettbewerb erhielt der Freiburger Agenda Kaffee den Namen FREINICA. Eine Mischung aus “Freiburg“ und dem Herkunftsland der Kaffeebohnen. Diese stammen aus Nicaragua von der Kooperative COSATIN in der Region Boaco und werden über dwp eG Ravensburg nach Deutschland importiert.

Ziel des Agenda Kaffees ist es, konkrete Handlungsmöglichkeiten eines nachhaltigen Konsum- und Lebensstils aufzuzeigen. Anhand des Alltagsprodukts Kaffee können globale Zusammenhänge dargelegt und mit lokalen Handlungsalternativen verbunden werden, was der Bevölkerung individuelle Partizipationsmöglichkeiten an die Hand gibt.

Stand in der Anfangszeit vor allem die Gewinnung von Verkaufsstellen für Kaffee Freinica im Einzelhandel, in Naturkostenläden, in Bäckereien, in Cafés und Restaurants im Vordergrund, liegt der Schwerpunkt der Arbeit zwischenzeitlich sehr stark auch auf einer allgemeinen entwicklungsbezogenen Bildungs- und Informationsarbeit. Ziel dieser Arbeit ist zum einen, die immer noch vorhandenen Vorbehalte gegenüber fair gehandelten Produkten, im speziellen fair gehandelten Kaffee, zu entkräften. Zum anderen zu verdeutlichen, dass nachhaltiger und zukunftsfähiger Konsum durchaus mit Genuss und hoher Qualität zu verbinden ist.

Der Freiburger Agenda Kaffee wird zunehmend im Sinne eines guten Praxisbeispiels als Einstieg in alternative Handlungs- und Konsumgewohnheiten genutzt und eröffnet somit die Gewinnung von Kunden für die ganze Produktpalette fair gehandelter Waren. Hierzu zählt nicht nur Kaffee, sondern auch Tee, Bananen, Zucker, Saft etc. Auch der Aspekt einer Verknüpfung regionaler, ökologisch angebauter und fair gehandelter Waren rückt immer mehr ins Blickfeld. Auffallend ist, dass immer mehr Kaffeeküchen von Büros kleinerer Betriebe, Kirchengemeinden, Schulen und sozialen, kulturellen Organisationen auf einen fairen Kaffeegenuss umsteigen. Nahm die Zahl der direkten Verkaufsstellen in Freiburg seit der Einführung von Freinica nicht wesentlich zu, so konnte dennoch durch die Gewinnung vieler verschiedener Kaffeeküchen und einer Verstetigung des Verkaufs in den Freiburger Weltläden der Umsatz zwar langsam, aber kontinuierlich gesteigert werden. Im ersten Jahr nach der Einführung wurden insgesamt 1,5 Tonnen Freinica Kaffee verkauft. Im Jahr 2007 waren es bereits 3,8 Tonnen. Im Jahr 2007 konnte zudem eine Kooperation mit dem u-asta der Universität Freiburg begonnen werden, in der die Studierenden neben den studentischen Cafés des u-astas und des Förstercafés auch die Fakultäten und Institute mit fairen Waren (Kaffee, Tee, Zucker, Schokoriegel) versorgen.

Ein weiterer Aspekt ist im Rahmen des Projekts Freiburger Agenda Kaffee Freinica erwähnenswert. Nach Ablauf der durch das Land geförderten Einführungsphase konnte das Projekt in die Trägerschaft des Weltladens Gerberau übergeben werden. Dort wurde zur weiteren kontinuierlichen Betreuung des Projekts zunächst eine Stelle im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung eingerichtet, die zwischenzeitlich mit der oben erwähnten Bildungsarbeit verknüpft und auf eine 45% Stelle aufgestockt wurde. Diese hauptamtliche Kraft wird durch ein hohes ehrenamtliches Engagement von mehr als 20 ehrenamtlichen Personen in der Durchführung einer kontinuierlichen entwicklungsbezogenen Informations-, Bildungs-, Aktions- und Kampagnenarbeit des Weltladens Gerberau im Süd Nord Forum e.V. unterstützt. So konnte der Agenda Kaffee auf vielen verschiedenen Ebenen bereits sehr nachhaltig wirken.

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