Rio und die Agenda21

Agenda 21 und die Konferenz von Rio

Auf der Rio-Konferenz ist deutlich geworden, dass eine nachhaltige Entwicklung nur durch ein weltweites Aktionsprogramm erreicht werden kann. Mit der in Rio verabschiedeten Agenda 21 werden detaillierte Handlungsaufträge gegeben, um einer weiteren Verschlechterung der Situation des Menschen und der Umwelt entgegenzuwirken und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sicherzustellen.

Nach der Agenda 21 sind es in erster Linie die Regierungen der einzelnen Staaten, die auf nationaler Ebene die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung planen müssen in Form von Strategien, nationalen Umweltplänen und nationalen Umweltaktionsplänen. Dabei sind auch regierungsunabhängige Organisationen und andere Institutionen zu beteiligen. Wichtig für den Erfolg der Maßnahmen und Projekte ist eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit bzw. der Bevölkerung, da nachhaltige Entwicklung auch in den Köpfen der Beteiligten Einzug finden muss. Eine besondere Rolle und Verantwortung kommt hier auch den Kommunalverwaltungen zu, die für ihren Bereich die Umsetzung der „Lokalen Agenda 21“ im Konsens mit ihren Bürgern herstellen soll.

Auf internationaler Ebene müssen die Bemühungen der einzelnen Staaten für eine nachhaltige Entwicklung koordiniert werden, z.B. durch Organisationen wie die Vereinten Nationen. Besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung bedürfen auch die Entwicklungsländer und die Nationen, deren Wirtschaft gerade im Umbruch begriffen ist, wie verschiedene osteuropäische Staaten oder die ehemalige Sowjetunion. Aus heutiger Sicht wären die Länder des ehemaligen Jugoslawiens hinzuzufügen.

Die Agenda 21 besteht aus insgesamt 40 Kapiteln, in denen alle relevanten Politikbereiche und Handlungsmaßnahmen angesprochen werden.
Die Agenda 21 ist thematisch in vier Bereiche unterteilt:

  1. Soziale und wirtschaftliche Dimension
    Diese behandelt die soziale und wirtschaftliche Dimension mit den wichtigen Aspekten Armutsbekämpfung, Bevölkerungsdynamik, Gesundheitsschutz und nachhaltige Siedlungsentwicklung.
  2. Erhaltung und Bewirtschaftung der Ressourcen für die Entwicklung
    Diese umfasst die ökologieorientierten Themen vom Schutz der Erdatmosphäre über die Bekämpfung der Entwaldung, dem Erhalt der biologischen Vielfalt bis hin zur umweltverträglichen Entsorgung von Abfällen.
  3. Stärkung der Rolle wichtiger Gruppen
    Diese umfasst die partizipativen Aspekte von diversen gesellschaftlichen Gruppen, die für die Umsetzung der Agenda von besonderer Bedeutung sind.
  4. Möglichkeiten der Umsetzung
    Diese behandelt die Rahmenbedingungen der Umsetzung hinsichtlich der finanziellen und organisatorischen Instrumente (Technologietransfer, Bildung, internationale Zusammenarbeit, usw.).

Quelle: Lexikon der Nachhaltigkeit

 

 

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